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Kirche

Die geschichtliche Entwicklung der Kath. Kirche Hl. Kreuz Ottbergen

Die erste schriftliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1231. Nach der Archidiakonatseinteilung gehört die Ottberger Kirche zum Bezirk Höxter. Tatsächlich dürfte die Kirche jedoch schon früher existiert haben. Ein weiterer Hinweis findet sich in einer Abschrift der Gründungsurkunde des Klosters Brenkhausen aus dem Jahr 1234. Nach dieser Urkunde ist die Kirche in Ottbergen von “fratres kalendarii” = Kalandsbrüder gestiftet worden. Das Patronatsrecht fällt im Jahr 1287 an das Kloster Brenkhausen. Wann dieses Recht endetet, ist nicht bekannt. Besonders erwähnenswert ist ein im 14. Jh. entstandenes Taufbecken. Dieses Taufbecken ist im Diözesanmuseum Paderborn ausgestellt. Wie sehr die Ottberger Kirche mit dem Kloster Brenkhausen verknüpft war, ist durch eine im Jahr 1516 erfolge Streitschlichtung der Äbtissin von Brenkhausen zwischen dem alten und neuen Pfarrer belegt. Nicht näher bezeichnete Rechte werden dem alten Pfarrer Tilleken zugestanden, weil er – nach einem Einfall im der Truppen des Paderborner Fürstbischofs  im Jahr 1510 – die stark beschädigte Kirche wieder aufbaute. In Visitationsprotokollen aus den Jahren 1629 und 1659 ist festgehalten, dass sich die Kirche in einem schlechten baulichen Zustand befindet. Dieser Tatbestand dürfte sicherlich teilweise auf den 30jährigen Krieg zurückzuführen sein. Erst 1693 wird die Kirche mit Corveyer Mitteln renoviert. Neben einder neuen Dacheindeckung – 1681 erhält die Kirche ihren ersten Kirchturm. Rittmeister Gronefeld stellt das notwenige Land zur Verfügung. Auch wird von ihm 1699 ein Barockaltar gestiftet. Die Kirche erhält 1728 eine große Glocke. Durch Blitzschlag getroffen, brennt 1853 der erste Kirchturm ab. Bereits 1856  wird der heutige Kirchturm gebaut. Die Königliche Regierung in Minden trägt ingesamt 50 % der Neubaukosten. 1893 wird eine Sakristei angebaut. Um 1900 beschäftigt man sich mit einem Erweiterungsbau, weil die Einwohnerzahl – bedingt durch die Eisenbahn – ständig steigt. Nach Auseindersetzungen mit dem Königlichen Kultusministerium (der Kirchenvorstand wollte den Chorraum mit Hochaltar Richtung Süden ausgerichtet wissen, während das Ministerium den heutigen Grundriss favorisierte) erfolgte 1904 die Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau. Verantwortlicher Bauleiter war der Architekt Mündelein aus Paderborn. Die Bauarbeiten wurden an die Fa. Kothenbürger, Paderborn, vergeben. Der Diözesanbischof Wilhelm Schneider, Paderborn, weihte 1906 den Erweiterungsbau ein. Im nächsten Jahr derhält die Kirche drei Glocken. 1909 wird der Chorraum ausgemalt. Der Rest der Kirche erhält 1911 eine Ausmalung im Jugendstil. Ein neuer Kirchenanstrich erfolgt 1936. Im Kriegsjahr 1942 werden – wie bereits im 1. Weltkrieg – drei Glocken für Rüstungszwecke abgegeben und eingeschmolzen. Erst 1948 erhält die Kirche drei neue Glocken. Bereits 1953 wird ein elektrisches Glockengeläut angeschafft. Das Läuten der Glocken mit einem Seil gehörte damit – sicherlich zum Bedauern einiger Jugendlicher – der Vergangenheit an. Mit einem Kostenaufwand von 1.017.760 DM wird im Jahr 1988 die Kirche grundlegend renoviert. Die ursprüngliche Bemalung von 1911 wird teilweise wieder hergestellt. Die Kirche erhält 1994 eine neue Orgel (gebaut vom ortsansässigen Orgelbauer S. Sauer). Die vorerst letzte größere Baumaßnahme wurde im Jahr 2012 durch die Gestaltung eines neuen Kirchenvorplatzes mit Springbrunnen und Sitzgelegenheit getätigt. Die Einweihung des Kirchenvorplatzes erfolgte anlässlich des Patronatsfestes Kreuzerhöhung durch Herrn Pfarrer Dr. Hans-Bernd Krismanek am 15.09.2013. Bei dieser Gelegenheit wurde die Pfarrgemeinde darauf hingewiesen, dass die Kirche und ganz besonders das Kirchendach einer dringenden Renovierung bedarf. Seit Mitte September 2013 wird die Kirche eingerüstet. Neben einer neuen Dacheindeckung – einschl. der Instandsetzung des Steinkreuzes über dem Haupteingang – wurden zusätzliche Malerarbeiten an den verputzten Außenflächen im Jahr 2014 ausgeführt und abgeschlossen. Des weiteren fiel 2014 eine organisatorich gravierende Entscheidung. Die Pfarrgemeinde Ottbergen – bisher Teil des Pastoralverbunden (PV) Heiligenberg – gehört nun zum PV Corvey. Der u. a. die Ottberger Pfarrgemeinde Hl. Kreuz betreuende und im Pfarrhaus wohnende Geistliche Dr. Hans-Bernd Krismanek ist vom Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker zum 1. März 2016 als Leiter des Pastoralverbundes Corvey ernannt worden. Mit dieser Ernennung war auch der Umzug  des o.G. nach Höxter verbunden.  Mit einer erneuten Besetzung der Pfarrstelle in Ottbergen ist kaum zu rechnen. Diese Entwicklung ist für eine mind. 800 Jahre alte Kirchengemeinde nicht nachvollziehbar, zumal zwei gebürtige Ottberger als Priester tätig sind. Das  Pfarrhaus dient seit Sept. 2016 als Flüchtlingsunterkunft.