Wirtschaft

Ottbergen und seine Wirtschaft

Die Eisenbahn (Geschichte und Istzustand)

Das Dorf Ottbergen hatte urspünglich einen landwirtschaftlichen Charakter mit einigen kleinen Handwerksbetrieben. Mit dem Bau der Eisenbahn änderte sich das Dorf grundlegend. Insbesondere die neue Verbindung  von Ottbergen nach Northeim (eröffnet im Jan. 1878), wirkte sich auf  die Entwicklung der Einwohnerzahlen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze (auch für viele Bewohner aus den Nachbardörfern) positiv aus. Mit der Bahn konnte man ostwärts Kreiensen, Hannover, Braunschweig und Berlin erreichen. Die andere Ostverbindung führte über Northeim nach Göttingen. In Richtung Westen waren nunmehr  das Ruhrgebiet und Aachen zu erreichen. Ottbergen wurde der wichtigste und größte Umsteigebahnhof im Kreis Höxter mit Lokschuppen, Drehscheibe, Bahnmeisterei und Bahnbetriebswerk. Nach knapp 100 Jahren wurde der besonders für den Güterverkehr ins Ruhrgebiet wichtige Dampflokbetrieb eingestellt, so dass der Bahnhof nach und nach an Bedeutung  verlor. In seiner Blütezeit bot die Bahn zwischen 700 und 800 Menschen Arbeit. Die letzten aktiven Eisenbahner wurden auf den Stellwerken Ottbergen West (Ow) und Ottbergen Ost Fahrdienstleitung (Oof) beschäftigt. Im Okt. 2008 wurden auch diese Arbeitsplätze abgebaut. Der Verkehr wird seit dieser Zeit von einem elektronischen Stellwerk in Göttingen geregelt. Nach einer Modernisierung des Bahnhofes entfällt seit 2016 in der Regel das Umsteigen, weil die von der Nordwestbahn eingesetzten Doppeltriebwagen in Ottbergen getrennt oder zusammen gefügt werden.

Die Papiermühle (Geschichte)

Auf eine viel längere Geschichte als die Bahn konnte die Papiermühle verweisen. Bereits ab 1609 wurde in einer ehemaligen Ölmühle Papier produziert. Unzähligen Generationen hat sie bis zu ihrem Konkurs im Jahr 2009 Arbeit gegeben. Zeitweise wurden an dieser Fabrik bis zu 100 Arbeitsplätze vorgehalten.

Der Verlust dieser Arbeitsplätze hat die Einwohnerzahl Ottbergens um rd. 800 Personen schrumpfen lassen. Dass eine nach dem 2. Weltkrieg erfolgreich aufgebaute Hallenbaufirma ebenfalls den Konkurs anmelden musste, hat die Entwicklung des Dorfes natürlich auch negativ beeinflusst. Heute ist die Lebenshilfe mit ihren Werkstätten am Grünenberg, den Kindergärten sowie mit über 300 Beschäftigten der größte Arbeitgeber. Eine Fertighausfirma, ein Orgelbaubetrieb, eine Abstrahlfirma und einige Handwerksbetriebe vervollständigen das heutige Arbeitsplatzangebot. Die Infrastruktur ist mit einer Bank, zwei Allgemeinmedizinern, einem Zahnarzt und  einer Apotheke, einer Tankstelle sowie einem Lebensmittelmarkt für einen ca. 1.500 Einwohner zählenden Ort immer noch als gut zu bezeichnen.

 

Lebenshilfe  gemeinnützige GmbH.

Seit Anfang der 80er Jahre ist die Lebenshilfe in Ottbergen mit über 300 Beschäftigten der größte Arbeitgeber des Dorfes. In den Abteilungen Metallverarbeitung, Holzverarbeitung, Garten- und Landschaftsbau, Bäckerei, Großküche, Glasverpackung und Montage, Vorrichtungsbau und Förderbereich wird den Behinderten ihren Fertigkeiten entsprechend ein Arbeitsplatz angeboten. Neben der Abwicklung von Aufträgen einiger Firmen bestellen viele Bewohner aus den umliegenden Orten Kräfte der W.A.G. (Werkstätten am Grünenberg) für Gartenarbeiten aller Art. Neben den Behinderten die hier tätig sind,  ist natürlich auch das entsprechende Betreuungs – und Pflegepersonal bei der Lebenshilfe   angestellt. Des weiteren wird von der Lebenshilfe – neben einem übernommenen Städt. Kindergarten – ein integrativer Kindergarten in Ottbergen  betrieben.